Die Sattellänge-kommt es auf ein paar Zentimeter mehr oder weniger an?

Dass ein Sattel nicht zu lang sein sollte, ist den meisten Reitern bekannt. Doch wie genau definiert sich die Sattellänge eigentlich?

Die Länge des Sattels resultiert aus der Auflagefläche des Sattels. Dies ist die Fläche auf dem Pferderücken, auf der die Kissen des Sattels direkt aufliegen dürfen.

Die vordere Begrenzung ergibt sich aus der Hinterkante des Schulterblatts und dessen knorpeligem Anteil. Die seitlichen Begrenzung ergeben sich aus dem Widerrist sowie dessen umgebender Muskulatur, der Breite von Wirbelsäule und Rückenband sowie der Breite des langen Rückenmuskels. Als hintere Begrenzung gilt der 18. Brustwirbel.

Auf die vordere und seitliche Begrenzung gehen wir in einem anderen Blogbeitrag nochmal genauer ein.

Kurzer Ausflug in die Anatomie: Die Wirbelsäule des Pferdes besteht aus 7 Halswirbeln, 18 Brustwirbeln und 6 Lendenwirbeln, an die sich das Kreuzbein, welches mit dem Becken verbunden ist (wer kennt es nicht, das Kreuzdarmbeingelenk) sowie die Schwanzwirbel anschließen.

Ein Sattel sollte also den letzten (18.) Brustwirbel bzw. die letzte Rippe nicht überragen.

Aber wieso das?

Die Brustwirbelsäule des Pferdes ist gelenkig mit den Rippen verbunden, welche zusammen mit dem Brustbein den Brustkorb bilden. Dieses Konstrukt ist in der Lage, einen Sattel inklusive Reitergewicht mit Hilfe der Bauch-und tiefen Rückenmuskulatur zu tragen.

Die Lendenwirbel hingegen tragen an beiden Seiten des Wirbelkörpers lange, dünne knöcherne Flügel. Würde ein Sattel Druck auf diese empfindlichen Flügel ausüben, erzeugt dies sofort Schmerzen und das Pferd drückt reflektorisch den Rücken weg. Ein Aufwölben des Rückens und ein korrekter Bewegungsfluss von hinten nach vorne ist nicht mehr möglich.

Natürlich sollte auch versucht werden, die Sattelauflagefläche in der Länge voll auszunutzen, um eine maximale Druckverteilung zu gewährleisten. Dies ist jedoch abhängig von Größe und Körperproportionen des Reiters.

Wie kann ich die Sattellänge bei meinem Pferd bestimmen und meinen Sattel checken ?

Es gibt 2 Möglichkeiten:

Nummer 1: Wenn du deine Hand seitlich an der Flanke anlegst und vorsichtig nach vorne fährst, bleibst du automatisch an der letzten Rippe hängen. Wenn du deren bogenförmigen Verlauf nach oben folgst, (siehe Skelettbild) endest du am 18. Brustwirbel. Länger sollte dein Sattel(inklusive Kissen) nach Möglichkeit nicht sein. Diese Methode funktioniert bei Pferden mit etwas mehr Hüftgold nicht immer.

Nummer 2: Schaust du die Flanke deines Pferde (im besten Fall im Sonnenschein) an, erkennst du deinen Lichtring, in dem meistens auch die Haare aus verschiedenen Wuchsrichtungen zusammenkommen. An der vorderen Rundung des Ringes befindet sich in der Regel die letzte Rippe, welcher du ebenfalls bogenförmig nach oben folgst.

Abschließend kann man sagen, dass die Länge des Sattels sehr relevant ist für eine schmerzfreie Bewegung unter dem Reiter. Manche Pferde tolerieren einige wenige Zentimeter zu viel an Länge, die meisten Pferde nehmen aber sehr bald eine Kompensationshaltung ein.

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